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Was man sonst noch wissen muss?

BAföG

Um auf Ihre individuellen Fragen besser eingehen zu können, sind die Informationen nach Interessentengruppen sortiert.

Ich bin...

Schüler
Studienanfänger
Wiederholungs-
Antragsteller

Vater/Mutter
Opa/Oma/Pate

Auf dieser Seite haben wir die typischen Problemstellungen aufgelistet, die im Verlauf eines Studiums eintreten könnten. Wir haben sie nicht alphabetisch, sondern nach Dringlichkeitsstufen sortiert. Die Themen sind verlinkt; man braucht sie nur anzuklicken:

- Was fällt alles unter Mietkosten?
- Ich bin Ausländer
- Ich bin bereits über 30 Jahre alt
- Ich komme über den Zweiten Bildungsweg
- Fachrichtungswechsel und dessen Folgen
- Erkrankung während des Studiums
- Behinderung, Schwangerschaft und Kindeserziehung
- Meine Eltern sind schwerbehindert
- Die Anschrift der Eltern/eines Elternteiles ist nicht bekannt
- Eltern zahlen keinen Unterhalt
- Wiederholungsantrag stellen
- Die Vorabentscheidung
 



Was fällt alles unter Mietkosten?

Bei auswärtiger Unterbringung sind im Bedarfssatz bereits Mietkosten von 146 Euro enthalten. Ist die Miete für die eigene Wohnung höher, werden maximal 72 Euro zusätzlich gewährt.

Zu den Mietkosten zählen auch alle Nebenkosten, wie Energieverbrauch, Heizkosten usw. Sind die zum Jahresende abgerechneten Nebenkosten höher als die vereinbarte Abschlagszahlung, werden die endgültigen Nebenkosten bis zur Höchstgrenze übernommen. Eine Mietbescheinigung kann unter dem Menüpunkt Formular-Download herunter geladen werden.


Ich bin Ausländer

Folgende ausländische Personen erfüllen die persönlichen Voraussetzungen ohne aufwendige Überprüfung:

  • nach deutschem Recht Asylberechtigte,
  • wenn ein Elternteil oder der Ehegatte Deutscher ist,
  • Ausländer aus EG-Staaten, wenn die Eltern in Deutschland arbeiten,
  • übrige Ausländer, wenn deren Eltern vor Aufnahme des Studiums schon lange in Deutschland erwerbstätig sind.

Ausländische Studierende, die sich hier nicht einordnen können, müssen sich beim BAföG Amt beraten lassen.


Ich bin bereits 30 Jahre alt

Wer vor Aufnahme seines Studiums das 30. Lebensjahr vollendet hat, erhält kein BAföG. Es gibt aber Ausnahmen, die hier nur überschlägig erklärt werden können.

  • Hochschulzugangsberechtigung über den Zweiten Bildungsweg
  • Erziehung von Kindern bis zu 10 Jahren
  • einschneidende Veränderungen in den Lebensverhältnissen

Soweit derartige Sachverhalte vorliegen, muss ein Studium zum nächstmöglichen Zeitpunkt aufgenommen werden. Die Zuweisung eines Studienplatzes außerhalb des Wohnortes ist kein Hinderungsgrund, die Ausbildung unverzüglich aufzunehmen.

Die einschränkende Vorschrift gilt nicht, wenn die Hochschulzugangsberechtigung aufgrund einer besonderen beruflichen Qualifikation erfolgt.

Zum Gesamtthema "Überschreitung des Förderungshöchstalters" gibt es erheblichen Beratungsbedarf, der sofort in Anspruch genommen werden sollte. Siehe auch: Die Vorabentscheidung.


Ich komme über den Zweiten Bildungsweg

Diejenigen, die ihre Hochschulzugangsberechtigung über den Zweiten Bildungsweg erlangt haben, sind in der Regel berechtigt, BAföG-Leistungen zu erhalten. Sie müssen nur vorsichtig sein, wenn das Förderungshöchstalter von 30 Jahren überschritten ist.


Fachrichtungswechsel und dessen Folgen

Vereinfacht dargestellt handelt es sich bei einem Fachrichtungswechsel um die Fortsetzung des Studiums in einer anderen Fachrichtung. In Studiengängen mit Fächerkombinationen (Magister, Lehramt) kann auch der Austausch eines einzelnen Faches als Fachrichtungswechsel gewertet werden.

Ein erstmaliger Fachrichtungswechsel bis zum Ende des zweiten Semesters braucht nicht mehr umfangreich begründet zu werden. Ein Satz genügt. Ein Fachrichtungswechsel ist aus Neigungs- und Eignungsgründen bis zum Ende des dritten Fachsemesters auch noch unproblematisch, wenn er zutreffend begründet wird. Darüber hinaus ist der Wechsel nur noch möglich, wenn ein sogenannter „unabweisbarer Grund“ für den Wechsel vorliegt. Darunter sind insbesondere zwingende krankheitsbedingte Gründe zu verstehen.

Die bei einem Fachwechsel verloren gegangenen Semester werden bei der Festsetzung der Förderungshöchstdauer für die neue Studienrichtung nur noch in Form eines verzinslichem Bankdarlehens gewährt. Wird der Fachrichtungswechsel in einem lfd. Semester - tunlichst im letzten Monat dieses Semesters - schriftlich angezeigt, wird dieses Semester nicht als verzinsliches Bankdarlehenssemester nach einem Fachrichtungswechsel ausgewiesen. Nur verwaltungsmäßig abgeschlossene Semester werden bei einem Fachrichtungswechsel mit verzinslichem Bankdarlehen beschwert.

Die verschärften Förderungsbedingungen gelten nicht, wenn der Fachrichtungswechsel aus unabweisbarem Grund erfolgt ist.


Erkrankung während des Studiums

Verzögert sich das Studium infolge Erkrankung, kann auf Antrag der Verzögerungszeitraum zusätzlich mit BAföG gefördert werden. Die krankheitsbedingten Ausfälle sind nachzuweisen (z. B. mit Attest abgemeldete Prüfung oder mit Attest nachgewiesene Dauer der Erkrankung). Sind krankheitsbedingte Verzögerungen in den ersten vier Semestern aufgetreten und kann deshalb der Eignungsnachweis nicht vorgelegt werden, kann schriftlich die spätere Vorlage des Eignungsnachweises beantragt werden.


Behinderung, Schwangerschaft und Kindeserziehung

Soweit die Behinderung ursächlich für die Verzögerung des Studiums ist, wird BAföG über die Förderungshöchstdauer hinaus als Zuschuss geleistet.

Für die, während des Studiums eingetretene Schwangerschaft verlängert sich die Förderungszeit um ein Semester.

Für die Erziehung von Kindern bis zu 10 Jahren werden folgende Verlängerungszeiten berücksichtigt:

Bis zur Vollendung des 5. Lebensjahres eines Kindes = 1 Semester pro Lebensjahr
Für das 6. und 7. Lebensjahr des Kindes = 1 Semester
Für das 8. bis 10. Lebensjahr des Kindes = 1 Semester

Hier können maximal sieben Semester zusätzlich gefördert werden. Die wegen Schwangerschaft und Kindeserziehung gezahlte Ausbildungsförderung wird voll als Zuschuss gewährt.


Meine Eltern sind schwerbehindert

Unter bestimmten Voraussetzungen kann auf Antrag, der bis zum Ende des Bewilligungszeitraumes gestellt sein muss, ein zusätzlicher Härtefreibetrag gestellt werden. Das hierzu notwendige Hilfsformular kann unter dem Menüpunkt Formular-Download herunter geladen werden. Folgende Aufwendungen können berücksichtigt werden:

  • die Pauschalen nach dem Steuerrecht, je nach Grad der Behinderung,
  • bestimmte Fahrtkosten,
  • Kosten für eine Haushaltshilfe,
  • Eigenanteil für krankheitsbedingte Aufwendungen.

Der Schwerbehindertenauweis ist in Kopie beizufügen.


Die Anschrift der Eltern/eines Elternteiles ist nicht bekannt

In seltenen Fällen ist die Anschrift der Eltern/eines Elternteiles nicht bekannt. In diesen Fällen hat der Antragsteller schriftlich zu versichern, dass ihm der Aufenthaltsort der Eltern oder eines Elternteiles nicht bekannt ist, dass er keine Kontaktperson der Eltern kennt und auch keinen Unterhalt bezieht. Eine sofortige Vorsprache beim BAföG-Amt ist empfehlenswert.


Eltern zahlen keinen Unterhalt

Auf Antrag des Auszubildenden (Achtung: Termine beachten!) können Vorausleistungen erbracht werden, wenn Eltern/Elternteile

  • keine Angaben über die persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse machen und damit der Antrag nicht berechnet werden kann oder
  • den nach dem BAföG errechneten Eigenanteil nicht oder nicht in voller Höhe zahlen.

Im Prinzip ist das Vorausleistungssystem einfach zu erklären: Damit das Studium nicht wegen fehlender Finanzierung abgebrochen werden muss, springt in bestimmten Fällen das BAföG anstelle der Eltern ein, indem Ausbildungsförderung vorausgeleistet wird. Nach Anhörung der Eltern versucht das Amt, die vorausgeleisteten Beträge bei den Eltern einzufordern. Hier sind die unterhaltsrechtlichen Vorschriften nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) zu beachten.

Nicht selten sind Eltern hoch verschuldet und können deshalb keinen Unterhalt zahlen. Unter bestimmten Voraussetzungen können Schulden, die nicht der Vermögensbildung dienen (z.B. bei Hausbau), in der unterhaltsrechtlichen Bewertung berücksichtigt werden. Hier besteht ein erheblicher Beratungsbedarf, den die Auszubildenden und die Eltern in Anspruch nehmen sollten.


Wiederholungsantrag stellen

Überwiegend sind Wiederholungsanträge zum Wintersemester zu stellen. Je, nachdem, wie der lfd. Bewilligungszeitraum festgesetzt wurde, ist es erforderlich, einen Wiederholungsantrag zu Beginn des Sommersemesters zu stellen. Der letztgültige Bescheid auf Ausbildungsförderung gibt Auskunft über Beginn und Ende des Bewilligungszeitraumes.

Der Wiederholungsantrag auf Ausbildungsförderung zu Beginn des Wintersemesters sollte tunlichst mit der Post bis Ende Mai des lfd. Jahres gestellt werden. Das ist kein gesetzlich vorgeschriebener Termin, sondern lediglich eine Empfehlung, damit die Sachbearbeiter genügend Zeit für die Bearbeitung dieser Anträge eingeräumt bekommen. Der Antrag braucht nicht vollständig zu sein.

Mit der Antragstellung auf dem Postweg werden lange Wartezeiten beim Amt vermieden. Die Anträge werden im Amt sofort auf Vollständigkeit hin geprüft. Fehlende Unterlagen werden schriftlich angefordert.

Wer zu Beginn des Wintersemesters nicht im Besitz eines Bescheides ist, sollte sich sofort mit dem BAföG-Amt in Verbindung setzen. Die Wiederholungsanträge werden normalerweise pünktlich bearbeitet und beschieden.


Die Vorabentscheidung

Es gibt außergewöhnliche Situationen, wo Planungssicherheit für ein aufzunehmendes Studium höchste Priorität hat. Denkbar sind folgende Sachverhalte:

  • Aufnahme eines Studiums nach Vollendung des 30. Lebensjahres.
  • Aufnahme eines Studiums nach vollzogenem Fachrichtungswechsel oder nach Abbruch eines vorangegangenen Studiums.
  • Aufnahme eines zweiten Studiums.

In derartigen Fällen kann ein Antrag auf Vorabentscheidung beim zuständigen Amt an der jeweiligen Hochschule gestellt werden. An die getroffene Entscheidung ist das Amt ein Jahr gebunden. Das gibt Planungssicherheit.

 

Sprechzeiten...

montags: geschlossen
dienstags: von 10:00 bis 13:00 Uhr
mittwochs: von 13:30 bis 16:00 Uhr
donnerstags: von 10:00 bis 13:00 Uhr
freitags: gerschlossen

In der Zeit vom 07. September bis 20. November 2009 findet aufgrund des hohen Antragsaufkommens mittwochs keine Sprechstunde statt.